Als nach der Auslosung der Qualifikationsrunden klar war, dass dieses Spiel anstehen könnte, wussten Insider europäischer Fanszenen: Wenn Dinamo Zagreb tatsächlich auf AEK Athen trifft, wird es nicht ruhig bleiben. Sowohl die Zagreber Fanszene um die Bad Blue Boys (BBB) als auch das Original 21 von AEK sind für ihre teilweise brutalen Mitglieder berüchtigt. Generell ticken die Uhren auf dem Balkan und in Griechenland beim Fußball etwas anders als in Deutschland. Kraftvolle Gesänge, Identifikation des gesamten Stadions mit den großen Ultra-Vereinigungen – in vielen Punkten ähneln sich die Regionen sehr. Gewalt ist ebenfalls ein integraler Bestandteil der Fankulturen und tief in den südosteuropäischen Kurven verankert, auch weil sich nur wenig gesetzte Normalo-Fans mit bürgerlichem Lebensstil in die Spitzen dieser verirren. Beide Lager pflegen außerdem eine innige Feindschaft, obwohl sie 1.500 Kilometer und eine Klimazone voneinander trennen. Grund hierfür ist die seit 2010 bestehende Freundschaft der Bad Blue Boys zum Gate 13 von Panathinaikos Athen. Somit war es wahrscheinlich, dass es bei der Partie zu Ausschreitungen kommen würde. Hinzu kam, dass Original 21 von AEK gute Verbindungen zu Olympique Marseille unterhält, die einen Tag später ausgerechnet bei Panathinaikos spielen sollten. Die erwartbar große Schlacht zwischen vier der gewaltbereitesten Szenen Europas in Athen forderte noch vor Anpfiff des ersten Spiels einen Toten. Etwa 200 Hooligans von Dinamo Zagreb und Panathinaikos waren in den Stadtteil Nea Filadelfia gereist und wollten zum Stadion der Schwarz-Gelben, wo sie auf eine Gruppe AEK-Fans trafen. Es kam zu schweren Auseinandersetzungen, bei denen der 29-jährige AEK-Anhänger Michalis Katsouris getötet wurde. Es ist der zweite tote Fußballfan in Europa innerhalb kürzester Zeit. Bereits am Samstag kam ein Hooligan des polnischen Sechstligisten Stal Bielsko-Biala nach einem Angriff auf ein Fanturnier des Rivalen Unia Tarnow ums Leben.