Was ist neu?
So spek­ta­kulär wie diesen Sommer ging es bei Union selten zu. Die Ver­pflich­tung von Robin Gosens ist sicher­lich der außer­ge­wöhn­lichste Transfer. 15 Mil­lionen Euro Ablöse kostet er die Ber­liner und damit bei­nahe dop­pelt so viel wie der bis­he­rige Ver­eins­re­kord. Mit seiner Men­ta­lität und seinem Spiel­stil scheint Gosens her­vor­ra­gend an die Alte Förs­terei zu passen. Gosens’ Stärken liegen vor allem in seiner Kör­per­lich­keit, klugen Lauf­wegen auf den langen Pfosten sowie seinen Flanken. Gut, dass Urs Fischer seit Jahren auf genauso solche Flü­gel­ver­tei­diger setzt. Mit David Datro Fofana (FC Chelsea) und Brenden Aaronson (Leeds United) ver­pflich­tete Union zudem zwei Offen­siv­spieler aus der Pre­mier League, die bereits in der Vor­be­rei­tung auf sich auf­merksam machten. Fofana traf schon fleißig für Union, etwa dop­pelt bei der Gene­ral­probe gegen Ata­lanta Ber­gamo. Aaronson unter­stützt die Mann­schaft im zen­tralen Mit­tel­feld. Zum Leid­wesen der Her­thaner holten die Eisernen auch noch Lucas Tousart und Alex­ander Schwolow, der Fre­derik Rönnow im Tor Kon­kur­renz machen soll. Kurz vor dem Sai­son­start soll sich Union außerdem mit AS Monaco über einen Transfer von Kevin Volland geei­nigt haben. Alle wollen nach Berlin.

Was macht Hoff­nung?
Das Geheimnis des Union-Erfolgs, auch wenn es voll­ends noch immer nicht gelüftet ist, lag ver­gan­gene Saison in der Defen­siv­ar­beit. Mit nur 38 Gegen­toren stellte Union neben den Bayern die beste Abwehr der Liga. Durch ein kom­paktes 3 – 5‑2-System geben die Eisernen ihren Geg­nern in der Regel kaum Räume. Zudem ist der durch­schnitt­liche Abstand der Ver­tei­diger zuein­ander bei Union am geringsten von allen Bun­des­li­ga­klubs. Vor allem Abwehr­chef Robin Knoche hat daran seinen Anteil. Der 31-Jäh­rige bestritt in der letzten Spiel­zeit dop­pelt so viele Zwei­kämpfe wie seine Abwehr­kol­legen. Auch vom Punkt ist auf ihn Ver­lass. Allein in der Europa League erzielte er ver­gan­gene Saison drei Elf­me­ter­tore. Knoche ist der Schlüs­sel­spieler im Team und dürfte in seiner Rolle als Füh­rungs­spieler in diesem Jahr noch einen wei­teren Satz machen. Dank der Cham­pions-League-Qua­li­fi­ka­tion konnte Union alle Leis­tungs­träger halten und somit auch kom­mende Spiel­zeit wieder auf eine ein­ge­spielte und erfah­rene Mann­schaft bauen. Zuletzt war Union gar das zweit­äl­teste Team der Liga.

Was nicht?
Union hat sich seit dem Bun­des­li­ga­auf­stieg 2019 von Jahr zu Jahr in seinen Leis­tungen gestei­gert. In der Saison 2021/22 nahmen die Eisernen erst­mals an der Con­fe­rence League teil, ein Jahr später in der Europa League und diese Saison debü­tieren sie in der Königs­klasse. Finan­ziell gesehen gehen die Eisernen vor allem mit der Ver­pflich­tung von Gosens ins Risiko: Neben der Rekord­ab­löse wird er zum Top­ver­diener. Mitt­ler­weile steht die Mann­schaft erst­mals seit dem Auf­stieg unter einem gewissen Erwar­tungs­druck. Auch wenn das offi­zi­elle Sai­son­ziel immer noch Klas­sen­er­halt heißt. Gerade den berüch­tigten Tanz auf drei Hoch­zeiten sollten die Ber­liner wei­terhin nicht unter­schätzen. Die Cham­pions League wird der Mann­schaft so einiges abver­langen. Es gilt den Spagat zwi­schen nie dage­we­senen Europa-Nächten und stink­nor­malen Bun­des­liga-Sams­tagen zu schlagen.

Mit dieser Skandal-Schlag­zeile berichtet die BILD in vier Wochen über den Verein:
Robin Non-Sense! Union-Star ist der Transfer-Flop des Jahres!“

Das 11FREUNDE-Orakel:
Den Drei-Hoch­zeits-Tanz über­steht Union Berlin dieses Jahr nicht ganz unbe­schadet. Trotz des besten Kaders in der Ver­eins­ge­schichte gibt es diese Saison erst­malig einen Rück­wärts­trend: Die Köpe­ni­cker beenden die kom­mende Spiel­zeit nur auf Rang sechs. Die Fans for­dern Köpfe, die Alte Förs­terei skan­diert nach dem 34. Spieltag: ​Vor­stand raus!“ Also even­tuell.