Die letzten Ergebnisse der Mainzer lassen weitaus schlechtere Leistungen vermuten, als die 05er tatsächlich zeigten. Seit Jan Siewert die Nachfolge von Bo Svensson angetreten hat, hatte seine Mannschaft mit Ausnahme des Duells gegen Dortmund bei jedem anderen Spiel einen höheren Expected-Goals-Wert als der Gegner. Einzig und allein das Tor wollten die 05er per se nicht treffen. Karim Onisiwo ist noch ohne Saisontor, Ludovic Ajorque traf zum ersten und letzten Mal in dieser Saison am fünften Spieltag und steckt im Formtief. Wenn bei einem der beiden in den nächsten Spielen mal der Knoten platzen sollte oder ein anderer Offensivspieler eine ungeahnte Abschlussstärke entdeckt, wäre eine deutlich höhere Punkteausbeute möglich. Unter Interimstrainer Siewert ist eine spielerische Entwicklung zu beobachten, die dafür sorgt, dass sich die Mainzer deutlich mehr hochkarätige Chancen herausspielen als zu Beginn der Saison. Im letzten Heimspiel gegen Heidenheim konnte Mainz 19 Torschüsse ablassen, während Heidenheim nur sechs Mal aufs Mainzer Tor schoss. Innerhalb von drei Minuten trafen erst Ajorque und dann Burkardt den Pfosten und trotzdem verlor Mainz das Spiel 1:0. Das neue Spielsystem unter Siewert, das mehr auf eigenen Ballbesitz und offensives Kurzpassspiel als auf lange Bälle und Körperlichkeit wie unter Bo Svensson setzt, scheint den technisch starken Offensivspielern wie Brajan Gruda, Jae-Sung Lee und Marco Richter weitaus besser zu liegen.