Dass es Jakub Blaszczykowski in seinem Leben nicht vorrangig um Geld und Materialismus geht, ist mittlerweile allseits bekannt. „Ich brauche nicht viel. Meine Familie, mein Zuhause, Spielplätze für die Kinder, Fußball für mich“, sagte er 2018 im großen Interview mit 11FREUNDE. Da kam seine Absage an ein lukratives Vertragsangebot auf Schalke vor ein paar Jahren, aus dem Grund, er könne das Dortmundern nicht antun, zwar überaus romantisch daher. Überraschte aber nicht.
Er ging damals lieber zum AC Florenz, kam noch mal wieder, um der Bundesliga im Dress des VfL Wolfsburg ordentlich „Czesc“ zu sagen und lässt die Karriere heute bei seinem Ex-Klub Wisla Krakau ausplätschern. Nun aber, da es dem Klub finanziell schlecht geht, springt er ein und will den Fußballverein übernehmen.
Zusammen mit seinen Geschäftspartnern Tomasz Jazdzynski und Jaroslaw Krolewski hatte Kuba bereits nach Stimmrechten das Sagen im Verein, offiziell gehört der Klub aber noch der Sportgesellschaft. Jetzt soll die Übernahme laut des polnischen TV-Senders TVP perfekt gemacht werden.
Kicken für lau
Es ist nicht die erste noble Geste des einstigen Flügelspielers von Borussia Dortmund. Bereits 2018 soll er dem strauchelnden Verein 230.000 Euro geliehen haben. Ein Jahr später, als er vom VfL Wolfsburg zurück zu Wisla wechselte, hatte er den Klub schon einmal vor dem Lizenzentzug gerettet und war als Kreditgeber eingesprungen.
Zusammen mit seinen Partnern lieh er Wisla umgerechnet eine Millionen Euro. Und nebenher beackerte er die rechte Außenbahn auf dem Platz für lau. Denn Kuba verzichtete auf eine Gehaltszahlung.
„Wir wissen nicht, wer den Klub leitet“
Das Gewirr um Wislas Lizenz hatte im Winter 2018 seinen Höhepunkt erreicht. Um Weihnachten herum verkündete der Verein, zwei Käufer gefunden zu haben: Vanna Ly, ein Mitglied der kambodschanischen Königsfamilie und Mats Hartling vom Investmentbank-Unternehmen Noble Capital Partners. 14 Tage später wurde der Kauf annulliert.
Dem Verein wurde kurzerhand die Lizenz entzogen, weil gegen die Regularien verstoßen worden war. In einem Statement erklärte Krzysztof Rozen, Leiter des Lizenz-Komitees: „Wir wissen nicht, wer offiziell Eigentümer des Vereins ist, wer Präsident ist und wer den Klub leitet.“