Herr Feld­hoff, wo erwi­schen wir Sie gerade?

Auf dem Trai­nings­ge­lände von Energie Cottbus. Ich bin hier seit Juli Co-Trainer von Pele Wol­litz, mit dem ich schon in Osna­brück zusammen gear­beitet habe.

Wie funk­tio­niert die Zusam­men­ar­beit mit einem Trainer wie Pele Wol­litz?

Ich kenne ihn ja schon relativ lange. Wir haben vorher fünf Jahre zusammen gespielt, ver­stehen uns sehr gut und arbeiten gut zusammen. Des­halb hat er mich ja auch mit nach Cottbus genommen. 

Wollen Sie auf lange Sicht auch selbst Chef­trainer in der Bun­des­liga zu werden?

Ich will meine Trai­ner­aus­bil­dung zuende absol­vieren, um mich irgend­wann selb­ständig zu machen. Nächste Woche beginnt erstmal der Trai­ner­lehr­gang für die A‑Lizenz in Köln. Ob es am Ende für die Bun­des­liga reicht, weiß ich nicht. 

Am Wochen­ende trifft Lever­kusen auf die Bayern. 1997 hat Bayer 5:2 gegen die Münchner gewonnen, Sie haben drei Tore erzielt. Welche Erin­ne­rungen haben Sie an dieses Spiel?

Ich weiß noch, dass ich beim Stand von 3:2 eigent­lich schon kaputt war und dem Trainer das Signal zur Aus­wechs­lung gegeben hatte. Doch Chris­toph Daum hat mich wei­ter­spielen lassen und dann habe ich noch zwei Tore gemacht. 

Nach dem Spiel wurden Sie gefeiert. Doch nur zwei Wochen später haben Sie sich das Kreuz­band gerissen. Sie waren damals erst 22 Jahre alt. Welche Aus­wir­kungen hatte diese Ver­let­zung auf Ihre Kar­riere?

Vorher ging es immer voran. Immer weiter nach oben. In Lever­kusen war ich damals auf dem Sprung, war kurz davor mich durch­zu­setzen, hatte zudem Kon­takt zum dama­ligen Bun­des­trainer Berti Vogts. Und dann folgte auf den Höhe­punkt gegen die Bayern sofort der Knick, von dem ich mich auch nie wieder richtig erholt habe. 

Ver­spüren Sie heute noch diese Wehmut, dass eigent­lich mehr mög­lich gewesen wäre?

Natür­lich, denn vom Poten­zial her wäre mehr drin gewesen. Ich hatte damals schon 127 Erst- und Zweit­li­ga­ein­sätze und habe danach in acht Jahren nur noch 65 Spiele gemacht, weil ich immer wieder mit Fol­ge­ver­let­zungen zu kämpfen hatte und nie mehr über einen län­geren Zeit­raum beschwer­de­frei trai­nieren konnte. Des­halb habe ich meine Kar­riere auch in der Regio­nal­liga beendet. 

Das klingt negativ. War der Gang in die Regio­nal­liga auch ein per­sön­li­cher Abstieg?

Natür­lich. Das war eben nie der Anspruch, den ich früher hatte. Ich hatte ja auch in der Bun­des­liga noch Luft nach oben. Die Regio­nal­liga war nicht meine Welt. 

Warum haben Sie dann noch so lange dritt­klassig gespielt?

Weil das auf­grund meiner phy­si­schen Pro­bleme genau pas­send war. In der Regio­nal­liga konnte ich unter der Woche auch mal ein oder zwei Trai­nings­ein­heiten ver­passen und habe dann am Wochen­ende trotzdem gespielt. Das wäre bei der Kon­kur­renz in der Bun­des­liga nicht mög­lich gewesen. 

Gab es einen Punkt, an dem Ihre gesund­heit­liche Situa­tion zur psy­chi­schen Belas­tung geworden ist?

Nein. Es ist natür­lich frus­trie­rend, aber psy­chi­sche Pro­belme hatte ich zum Glück keine, weil ich immer Spaß am Fuß­ball hatte. Auch noch in der Regio­nal­liga.