Gio­vanni Federico, der VfL Bochum steht auf dem Rele­ga­ti­ons­platz für die Bun­des­liga. Werden Sie im Falle des Auf­stiegs den Verein ver­lassen?
 
Gio­vanni Federico: Nein, nie im Leben. Warum?
 
Sie sagten einmal, dass der BVB Ihre letzte Chance wäre, noch in der 1. Liga Fuß zu fassen. Nach andert­halb Jahren ver­ließen Sie den Verein. Das Pro­jekt Bun­des­liga scheint geschei­tert.
 
Gio­vanni Federico: Aber nur beim BVB. Ich möchte mit dem VfL auf­steigen und in der Bun­des­liga spielen. Das traue ich mir auch zu.

In der Bun­des­liga schaften Sie in 59 Spielen sechs Tore und elf Vor­lagen. In der Zweiten Liga schossen Sie dagegen in 121 Spielen 49 Tore und gaben 38 Vor­lagen. Sind Sie nicht eher ein Zweit­liga-Spieler?
 
Gio­vanni Federico: Ich bin keine Zweit­liga-Legende wie Willi Land­graf oder Markus Fein­bier. Mein Erfolg war eng mit den Ver­einen ver­knüpft, bei denen ich in der Zweiten Liga gespielt habe.
 
Was meinen Sie?
 
Gio­vanni Federico: Es ist ganz logisch: Wenn ich mich bei einem Verein wohl fühle, kann ich auch meine beste Leis­tung bringen.
 
Dann haben Sie sich beim BVB nicht wohl gefühlt?
 
Gio­vanni Federico: Anfangs schon. Im ersten Jahr kam ich auf 30 Ein­sätze, schoss vier Tore und gab elf Vor­lagen. Das ist doch ordent­lich.
 
In der zweiten Saison kamen Sie ins­ge­samt nur noch auf zwei Ein­sätze und wech­selten im Winter zum Karls­ruher SC. Dessen Abstieg aus der ersten Liga konnten auch Sie nicht ver­hin­dern. Ist das Ober­haus eine Nummer zu groß?
 
Gio­vanni Federico: Ich habe meine Leis­tung nicht gezeigt. Dann ist es ganz normal, dass die Leute sagen, für die Bun­des­liga würde es nicht rei­chen. Ich lasse jedem seine Mei­nung. Das ändert nichts daran, dass ich von mir über­zeugt bin.
 
Warum konnten Sie Ihre Leis­tung nicht abrufen?
 
Gio­vanni Federico: In Köln gehörte ich in der Saison 2003/04 zum Kader der Bun­des­liga-Mann­schaft und kam auf zwölf Ein­sätze. An Dirk Lottner kam ich aller­dings nicht vorbei. Der Mann ist bei FC eine Ikone.
 
Und beim BVB?
 
Gio­vanni Federico: In Dort­mund war es damals nicht so wie heute: Es gab keinen sport­li­chen Höhen­flug. Die Mann­schaft funk­tio­nierte nicht. Es war nicht ein­fach für mich.
 
Und das aus­ge­rechnet bei Ihrem Lieb­lings­verein.
 
Gio­vanni Federico: Stimmt, als Kind war ich Anhänger von Borussia Dort­mund – mit allem drum und dran. Ich hatte ein Trikot und war öfter im West­falen Sta­dion.
 
Und heute?
 
Gio­vanni Federico: … freue ich mich für die Mann­schaft und beson­ders für die Jungs, die ich aus meiner Zeit beim BVB noch kenne. Für Kehli (Sebas­tian Kehl, d.Red.) tut es mir beson­ders Leid, dass er diese Phase auf Grund seiner Ver­let­zung nicht richtig erleben kann.
 
Wie fühlt man sich als Fan, wenn der Lieb­lings­verein einen nicht mehr haben will?
 
Gio­vanni Federico: Ich war traurig. Es lief nicht so, wie ich mir das gewünscht habe. Ein halbes Jahr spielte ich aber beim BVB keine Rolle mehr. In dieser Zeit konnte ich mich mit dem Abschied anfreunden.
 
Sie sind jetzt Spieler des VfL Bochums, des direkten Revier-Nach­barn. Hatten Sie keine Gewis­sens­bisse vor diesem Wechsel?
 
Gio­vanni Federico: Ich habe in der Jun­gend schon für den VfL gespielt. Des­halb freute ich mich auf die Rück­kehr.
 
Wären Sie auch zum FC Schalke 04 gegangen?
 
Gio­vanni Federico: Ein Inter­esse der Schalker gab es nie.
 
Und hypo­the­tisch?
 
Gio­vanni Federico: Eine schwie­rige Situa­tion. Das würden mir einige Dort­munder Freunde sicher nach­tragen. Ich habe mich aber nie damit befasst. Und wenn man das nicht tut, sollte man sich auch lieber nicht äußern.

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