In Istanbul ist die Zeit der Demut vorbei. „Unser Ziel ist es, zu den zehn besten Teams in Europa zu gehören“, verkündete Galatasarays Sportvorstand Erden Timur kürzlich und ging noch weiter: „Unser kurzfristiges Ziel ist es, erneut einen Europapokal zu gewinnen.“ Wirft man einen Blick auf die Transferpolitik des Klubs in diesem Sommer wird klar: Gala scheint ernst zu machen.
Galatasaray gewann vergangene Saison nach vierjähriger Durststrecke wieder den Meistertitel in der Süper Lig. Hinter dem Erfolg stecken vor allem Abwehrchef Victor Nelsson, Sacha Boey und hochkarätige Neuverpflichtungen wie Nicolò Zaniolo, Lucas Torreira und Dries Mertens.
Neue und altbekannte Zugänge
Und nicht zu vergessen: Mauro Icardi. Von Paris Saint-Germain ausgeliehen, brillierte Icardi letzte Saison mit 23 Toren in 26 Spielen für den Klub. Galatasaray verpflichtet ihn zur kommenden Saison nun fest und zahlt zehn Millionen Euro Ablöse an PSG. Um wieder nach Istanbul zurückzukehren, lehnte Icardi sogar ein deutlich höheres Gehalt aus Saudi-Arabien ab. Neben Icardi soll auch Milot Rashica langfristig an den Verein gebunden werden. Rashica kam vergangene Saison per Leihe von Norwich City. Der Vertrag mit Gala steht laut der kosovarischen Tageszeitung Blic kurz vor dem Abschluss.
Die Verantwortlichen von Galatasaray machten in den vergangenen Wochen nicht nur die Rückkehr einiger Spieler fix, auch zahlreiche Neuverpflichtungen wurden vorgestellt. Einen echten Coup landete Gala mit der Verpflichtung des ablösefreien Wilfried Zaha. Zaha ließ seinen Vertrag bei Crystal Palace zum Ende der Saison auslaufen und entschied sich gegen eine Verlängerung. Zaha war das Gesicht des Londoner Klubs und in Europa heißbegehrt. Galatasaray setzte sich schließlich im Werben um den Flügelspieler gegen Top-Klubs wie die SSC Neapel oder auch Paris Saint-Germain durch. Neben Zaha stehen kommende Saison auch zwei Bundesligaspieler für den türkischen Meister auf dem Platz. Kerem Demirbay verlässt Bayer 04 Leverkusen in Richtung Süper Lig. Angeliño kommt zunächst für ein Jahr per Leihe von RB Leipzig.
Der Shoppingrausch wirft Fragen auf
Die vielen Transfers, die Galatasaray in diesem Sommer tätigt, sorgen nicht nur für Träumereien bei den Fans, sondern auch für Aufsehen außerhalb des Vereins – allen voran: bei der UEFA. Laut des türkischen Journalisten İsmail Şayan hat der Verein in den vergangenen drei Jahren einen Verlust von 106 Millionen Euro erwirtschaftet, was über den geduldeten Limits der UEFA liege. Das „Financial Fairplay“ der UEFA schreibt vor, dass ein Klub nicht mehr ausgeben als einnehmen darf.