Johan Kramer, in Ihrem Geburts­jahr 1964 debü­tierte Johan Cruyff für die Profis von Ajax Ams­terdam. Später spielten auch Sie selber für Ajax. War Cruyff Ihr Idol?
Cruyff war ein fan­tas­ti­scher Spieler und ich habe ihn sehr gemocht, aber mein wahrer Held war Johan Nees­kens. Er war ein harter Spieler – und ich habe seine langen blonden Haare geliebt. Alle meine Freunde waren Cruyff-Fans, also habe ich mich für den anderen Johan ent­schieden. Ich war so ein großer Bewun­derer, dass ich im Alter von acht Jahren meinen wahren Vor­namen Jan Jasper in Johan geän­dert habe. Ich habe mich vor meine ganze Klasse gestellt und allen gesagt, dass Johan jetzt mein Name sei. Und das ist er immer noch, außer auf meinem Pass.

Sieben Jahre später wech­selte Cruyff nach Bar­ce­lona. Was sind Ihre Erin­ne­rungen an den Spieler Johan Cruyff?
Cruyff war ein ele­ganter Spieler. Wenn er für Ajax und Oranje auf­lief, hatten die Fans das Gefühl, ver­lieren sei unmög­lich. Er war immer am Diri­gieren und Kom­mu­ni­zieren. Und er hat wun­der­schöne Tore erzielt. Aber vor allem war er mehr als ein Spieler. Er gab dem ganzen Land Selbst­be­wusst­sein und eine Iden­tität durch seinen freien und demo­kra­ti­schen Fuß­ball.

In Ihrem neuen Film ​Horacio & Johan“ zeigen Sie eine Viel­zahl von sel­tenen und sehr per­sön­li­chen Fotos aus Cruyffs Zeit bei Barça. Was hat Sie inspi­riert, diesen Film zu machen?
Das ist schon mein fünftes Pro­jekt mit Barça-Bezug. Der letzte Kurz­film han­delte von Manel Vich, den ehe­ma­ligen Sta­di­on­spre­cher des Klubs. Wäh­rend der Auf­nahmen dafür habe ich von dem Foto­grafen Horacio Sequi gehört. Und als Cruyff starb, ver­spürte ich den Drang, diesem großen Spieler ein anstän­diges Denkmal zu setzen.

Die Foto­gra­fien von Horacio Sequi sind unglaub­liche Geschichts­stücke des Fuß­balls und von Cruyff per­sön­lich. Was haben Sie beim Sichten des Mate­rials gefühlt?
Es war super auf­re­gend. Ich fühlte mich wie ein Kind, dass in einen Süßig­kei­ten­laden geht. Das kleine Haus von Haracio ist voll von Fotos und alten Maga­zinen. Beson­ders die alten Zei­tungen und die rohe Qua­lität der Bilder haben mich begeis­tert.