Von seinem För­derer van Mar­wijk in der Win­ter­pause 2004/2005 auf Leih­basis von Rot­terdam nach Dort­mund gelotst, war er zu Beginn als vor­be­rei­tender Außen­stürmer im 4−3−3 gedacht und galt als nicht beson­ders treff­si­cher. Bereits bei seinem ersten Ein­satz netzte der pol­ni­sche Natio­nal­stürmer ein und bewies auch in den fol­genden zwei­ein­halb Spiel­zeiten sein Stürm­er­blut. Mit 22 Tref­fern in den letzten beiden Spiel­zeiten hin­ter­lässt Ebi eine Lücke, die von seinen Stür­mer­kol­legen nur schwer zu schließen sein wird.

Wohl lange im Gedächtnis wird sein Treffer zum alles ent­schei­denden 2:0 im Derby sein. Met­zel­ders Schuss wurde zur Bogen­lampe abge­blockt, der Ball fiel Ebi vor die Füße und der häm­merte ihn volley und unhaltbar ins lange Eck. Ein Tor für die Ewig­keit, das uns in kol­lek­tives Aus­rasten und die Blauen in tiefe Ver­zwei­fe­lung trieb.

Apropos Derby: Hier noch eine nette Anek­dote, die zeigt, dass ein Derby für ihn eine beson­dere Bedeu­tung hat. Als der Dort­munder Mann­schaftsbus auf dem Hinweg zum Test­spiel gegen Ajax Ams­terdam seinen Geist aufgab, wei­gerte Ebi sich als ehe­ma­liger Feye­noord-Spieler den ange­bo­tenen Bus des Erz­ri­valen zu benutzen. Ein sym­pa­thi­scher Unter­schied zu Kickern, die nach einem Derby ein freu­diges Tri­kot­tau­schen mit dem Gegner prak­ti­zieren.

Dar­über hinaus war Smo­larek bei vielen Fans ein echter Publi­kums­lieb­ling. Seine Art Fuß­ball zu

kämpfen und auf dem Platz zu rackern, kam an und machte ihn sym­pa­thisch. Da ver­zieh man gerne seine etwas holp­rige Technik und auch so manch aus­ge­las­sene Groß­chance. Genau letz­teres wurde ihm von Kri­ti­kern immer wieder vor­ge­halten und sorgte dafür, dass die Band­breite der Wert­schät­zung bei den Fans von ​Lieb­lings­spieler“ bis ​Chan­centod“ reichte. Er wäre aller­dings nicht der erste Spieler, der den Verein ver­lässt und dem man später hin­terher trauert. Spä­tes­tens, wenn Kli­mo­wicz und Valdez die War­te­zeit auf das Come­back von Alex Frei nicht mit Toren über­brü­cken können, wird sich noch so man­cher denken ​Der Ebi hätte da jetzt die Bude gemacht“.

Der Wechsel an sich kommt über­ra­schend und hat sich doch schon lange ange­kün­digt. Mit einem Ver­trag aus der Mol­si­ris­zeit aus­ge­stattet, fühlte Ebi seine Leis­tungen spä­tes­tens im Laufe der letzten Saison nicht genug gewür­digt und sich im Ver­gleich zu seinem tor­losen Stür­mer­kol­legen Nelson Valdez deut­lich unter­be­zahlt. Der BVB pochte jedoch auf den Ver­trag und ver­wei­gerte vor­erst eine Gehalts­an­he­bung. Im Sommer schien sich dies zu ändern. Es gab meh­rere Gespräche mit Michael Zorc und man stand angeb­lich kurz vor einer Ver­trags­ver­län­ge­rung. Bis, ja bis Smo­larek eine Offerte von Racing San­tander mit einem Jah­res­ge­halt von angeb­lich 2 Mil­lionen Euro erreichte – eine Summe, auf die man beim BVB anschei­nend nicht ein­gehen wollte, so dass es zur end­gül­tigen Tren­nung kam.

Neben Racing San­tander und Feye­noord Rot­terdam wird sich noch ein dritter Verein über Ebis Wechsel freuen. Gegen den VFL Wolfs­burg konnte Smo­larek in jedem Spiel einen Treffer bei­steuern und ließ bei den Abwehr­spie­lern aus der Auto­stadt Angst­schweiß aus­bre­chen. Dort wird man jetzt so man­chen erleich­terten Stoß­seufzer aus­stoßen.

Uns bleibt nichts mehr zu sagen außer: Alles Gute Ebi und viel Erfolg in Spa­nien!