12. April 2014, 30. Spieltag, Gegner: Borussia Dort­mund (Heim)
Start­auf­stel­lung: Tapa­lovic – Sal­lahi, Ger­land, Alaba, S. Hamann – Lahm, Schöpf, T. Schwein­steiger, Weiser, Hojb­jerg – Weih­rauch

Beim Heim­spiel gegen den Erz­ri­valen aus Dort­mund lässt Pep Guar­diola die Mus­keln spielen. Nachdem der etat­mä­ßige Ersatz-Ersatz-Ersatz­keeper Leo­pold Zin­gerle bei der Anreise seine Hand in der Bus­toi­lette ein­ge­quetscht hat, muss kurz­fristig Tor­wart­trainer Toni Tapa­lovic zwi­schen die Pfosten. David Alaba rutschte nur in den Kader, weil er bei der mitt­ler­weile tra­di­tio­nellen Startelf-Ver­lo­sung die Arsch­karte gezogen hat und muss erstmal im Abwehr­zen­trum aus­helfen. An seiner Seite: Herman ​Tiger“ Ger­land, der mit seinen Alt­hauer-Qua­li­täten Robert Lewan­dowski in Mün­chen will­kommen heißen soll. Auf der rechten Außen­bahn spielt Steffen Hamann, der aus­nahms­weise bei den Bas­ket­bal­lern des FCB frei bekommen hat, um sich einen Kind­heits­traum zu erfüllen. Anschlie­ßend bekommt er Trikot über­reicht – mit den Unter­schriften aller Spieler. Toll. Im Bubi-Mit­tel­feld (Schöpf, Weise, Hojb­jerg, Lahm) zieht indes Tobias Schwein­steiger, Bruder des even­tuell ver­letzten Bas­tian Schwein­steiger, die Fäden. Da diese B‑Mannschaft den­noch mit 3:0 (drei Tore Ger­land) gegen den Tabel­len­zweiten aus dem Ruhr­ge­biet gewinnt, bricht nach Abpfiff eine heiße Dis­kus­sion los, ob der FC Bayern die Bun­des­liga sofort ver­lassen muss. Als Jürgen Klopp im ZDF-Studio mit dieser Frage kon­fron­tiert wird, kon­tert er mit dem Geständnis, dass er seit 29 Jahren keine GEZ-Gebühren mehr bezahlt hat. Bevor Jochen Breyer eine eini­ger­maßen schlag­fer­tige Ant­wort ein­fällt, wird die WM 2022 in Katar ange­pfiffen.


19. April 2014, 31. Spieltag, Gegner: Ein­tracht Braun­schweig (Aus­wärts)

Start­auf­stel­lung: Shor­unkeh-Sawyerr – Will, Maisch­berger, Beck­mann, Jauch – Köhler, Wagner, Sahner, Mark­wort, Nickles – Del’Haye

Der Pech­vogel des 31. Spiel­tags heißt Toni Tapa­lovic, der sich nach einer Gala-Vor­stel­lung gegen Dort­mund eigent­lich im Kasten des FC Bayern fest­ge­spielt hatte. Doch Tapa­lovic klemmte sich am Vor­abend beim tra­di­tio­nellen Weiß­bier­ste­chen der Ersten Mann­schaft den rechten Ring­finger. Also rückt U17-Keeper Daniel Shor­unkeh-Sawyerr zwi­schen die Pfosten. Mit der Abwehr­reihe um Anne Will, Sandra Maisch­berger, Rein­hold Beck­mann und Günter Jauch setzt der Rekord­meister heute auf das Prinzip ​Trash Talk“. Im Mit­tel­feld lässt Guar­diola mit Franz Josef Wagner (Bild), Dieter Nickles (FC Bayern TV), Paul Sahner (Bunte), Helmut Mark­wort (Focus), Marcel Reiff (Sky), Uli Köhler (Säbener Straße) im soge­nannten Kolum­nisten-Kreisel spielen. Vorne darf Kalle Del’Haye, der seit nun­mehr 34 Jahren auf der Tri­büne des Olym­pia­sta­dions ver­sauert, end­lich auch mal ein Spiel für den FC Bayern machen. Er allein wir­belt die Abwehr des So-gut-wie-Absteiger Braun­schweig gehörig durch­ein­ander. End­stand: 0:0

26. April 2014, 32. Spieltag, Gegner: Werder Bremen (Heim)
Start­auf­stel­lung: Aumann – H.W. Feigen, Sammer, C. Roth – B. Roth, Breitner, Becken­bauer, K.H. Rum­me­nigge – D. Hoeneß, G. Müller, U. Hoeneß

Uli ist der wich­tigste Mann im Verein“, sagte einst Pep Guar­diola. Und so gönnt der Super­trainer dem per­so­ni­fi­zierten Rekord­meister vor dessen Gang nach Lands­berg einen letzten großen Auf­tritt vor hei­mi­schem Publikum. Aus­ge­rechnet gegen die Hoeneß-Intim­feinde aus Bremen darf der der Ex-Prä­si­denten seine ​Uli-All­stars“ auf den Rasen schi­cken. In der Ver­tei­di­gung ist Hanns W. Feigen gesetzt, Neu-Hoeneß Mat­thias Sammer und Uli-Duz-Freundin Claudia Roth stehen mit dem fin­dingen Anwalt voll auf einer Linie. In der Offen­sive kommt es auf nahezu jeder Posi­tion zum Come­back des Jahr­hun­derts. Franz Becken­bauer erscheint gar erst zur zweiten Halb­zeit, die Licht­ge­stalt wurde beim Ein­lass auf­grund ver­schärfter Pyro­technik-Kon­trollen auf­ge­halten. Fast schon herz­ze­rei­ßend ist der Ver­such der gesamten Mann­schaft, Uli Hoeneß ein letztes Tor auf­zu­legen. Beim Stand von 9:0 in der 91. Minute für den FC Bayern zeigt Schieds­richter Gagel­mann letz­lich voll­kommen zurecht auf den Elf­me­ter­punkt. Dann über­schlagen sich die Ereig­nisse. Wer­ders Alt­funk­tionär Willi Lemke stürmt von der Tri­büne auf den Rasen, ent­reißt Bremen-Keeper Wolff Trikot und Hand­schuhe. Es kommt zum finalen Duell: Lemke, Hoeneß, elf Meter, eine ganze Fuß­ball­na­tion hält den Atem an. Als Hoeneß seinen Straf­stoß in den Nacht­himmel von Mün­chen don­nert, droht die Pres­se­stelle des FC Bayern spontan allen Medien, die über diesen Moment berichten, mit einer Sta­di­on­sperre auf Lebens­zeit. Dirty!

03. Mai 2014, 33. Spieltag, Gegner: Ham­burger SV (Aus­wärts)
Start­auf­stel­lung: Kahn – Kuf­four, Andersson, Linke, Sagnol – Effen­berg, Har­gre­aves, Liza­razu, Scholl – Elber, Jan­cker

Als späte Rache für das allzu dra­ma­ti­sche Sai­son­fi­nale 2001, an dessen Ende der FCB mal wieder das Quänt­chen Merk als alle anderen hatten, schickt Pep Guar­diola beim Tabellen-17. die Startelf von damals auf den Rasen. Nachdem Stefan Effen­berg nach einer Cha­rak­ter­grät­sche gegen René Adler früh gelb­ver­warnt wird, droht das Spiel sich in ein epi­sches Getrete zu ver­wan­deln. Erst ein halb­stün­dige Witze-Ses­sion mit Fips Asmussen und Mehmet Scholl kann die Gemüter wieder beru­higen. Der HSV ist in der Offen­sive so harmlos, dass Oliver Kahn par­allel noch für das ZDF die Halb­zeit­ana­lyse vor­be­reiten kann. Als er dabei ent­deckt, dass sich Gio­vanne Elber in der 27. Minute falsch ver­schoben hat, platzt dem Titan jedoch der Kragen. Er schnappt sich Elber, beißt ihm in den Hals und rüt­telt so seine Mann­schaft wach. Die gewinnt am Ende sou­verän mit 2:0. Guar­diola erkun­digt sich im Anschluss an das Spiel auf der Pres­se­kon­fe­renz, ob dieser Carsten Janker wirk­lich mal Profi-Fuß­baller war. Gelächter.

10. Mai 2014, 34. Spieltag, Gegner: VfB Stutt­gart (Heim)
Start­auf­stel­lung: Guar­diola – Guar­diola, Guar­diola, Guar­diola, Guar­diola – Guar­diola, Guar­diola, Guar­diola, Guar­diola, Guar­diola – Guar­diola

Unter dem Motto ​Alles muss man selber machen“ ver­an­lasst Pep Guar­diola am letzten Spieltag vor leeren Rängen zu spielen. Seine Profis sollen den 90-minü­tigen Anschau­ungs­un­ter­richt zum Thema ​So sieht der per­fekte Fuß­ball aus“ in aller Ruhe genießen können. Guar­diola stellt sich auf allen Posi­tionen gleich­zeitig auf und domi­niert das Spiel nach Belieben. Nach dem 3:0 muss Guar­diola aller­dings in der 17. Minute ver­letzt raus, dem VfB gelingt immerhin noch der Anschluss. Doch das 2:3 kann die Schwaben auch nicht mehr retten, sie müssen den bit­teren Gang in die zweite Liga antreten. Als Guar­diola nach dem Spiel erfährt, dass große Teile seiner Mann­schaft nicht vor Ort waren, weil sie den Weg zum Sta­dion nach Wochen der Abwe­sen­heit nicht mehr gefunden haben, hat der Spa­nier genug. Er kün­digt und widmet sich fortan seinem neuen Hobby: der Ozelot-Zucht.