Hertha BSC Berlin – Hannover 96
Wenn am Sonntag 74 500 Fans ins Berliner Olympiastadion strömen, dann zu großen Teilen sicher mit der Hoffnung, dass es doch noch klappt mit dem Einzug in die Champions League für die Hertha. Ob die Mannschaft von Trainer Falko Götz dabei auf einem guten Weg ist, werden die Fans via Stadionleinwand erfahren. Wenn die Konkurrenz nicht mitspielt, soll es dem Vernehmen nach jedoch keine Zwischenstände geben. Nichts zu hören und zu sehen aus Stuttgart, Freiburg und aus Kaiserslautern, wo die Konkurrenten Stuttgart, Schalke und Bremen kicken, ist dann also auch so etwas wie eine Nachricht. Für Hannover geht es auch noch um was, wenn auch zwei Nummern kleiner. Ein Startplatz im UI-Cup ist noch drin. Nach der furiosen Hinrunde der 96er wäre das allerdings nur so etwas wie ein Trostpflaster.
Bayer Leverkusen – Borussia Mönchengladbach
Verloren hat Mönchengladbach unter Horst Köppel noch gar nicht, ein Tor kassiert auch nicht, dafür zwei Siege und drei Unentschieden eingefahren. Und trotzdem sind die Erfolgsaussichten für die Borussia beim Auftritt in Leverkusen äußerst bescheiden. Zumindest wenn man diversen Wettanbietern glauben darf. Irgendwo zwischen 7,0 und 8,0 schwankt die Quote für einen Sieg der Gladbacher. Sollten die Leverkusener den Gästen ähnlich wenig Respekt zollen, könnte es noch schief gehen mit dem UEFA-Cup. Denn im Fernduell mit Borussia Dortmund hat die Truppe von Klaus Augenthaler klar die schwierigere Aufgabe. Das sehen übrigens auch die Wettanbieter so. Die Quote für einen Auswärtssieg der Hansa liegt zuweilen deutlich über 9,0.
Arminia Bielefeld – VfL Wolfsburg
Keine Woche ohne neue Personaldebatten. Nach dem Gerangel um Uwe Rapolders Wechsel zum 1. FC Köln steht nun Ernst Middendorp im Mittelpunkt der Diskussionen. Der ehemalige Coach soll nach den Vorstellungen des neuen Trainers Thomas von Heesen Teamchef werden. Vor wenigen Jahren war derartiges noch undenkbar. Mit Schimpf und Schande war Middendorp einst genauso wie Manager Rüdiger Lamm von der Alm getrieben worden, weil sich so ziemlich alle im Misserfolg nicht mehr mit dem autokratischen Gebaren der beiden „Macher” arrangieren konnten. Doch die Zeit heilt auch bei Ostwestfalen Wunden. Und offenbar sind vor allem die positiven Ereignisse der Ära Middendorp bei den Bielefelder Fans in Erinnerung geblieben. Die wählten den Ernst nämlich zu 80 Prozent als Jahrhunderttrainer. Sportlich geht es für die Arminia gegen Wolfsburg allenfalls noch darum, sich für die 0:5‑Schmach aus dem Hinspiel zu revanchieren. Wolfsburg will immerhin noch in den UI-Cup. Sollte der VfL dieses Minimalziel noch verfehlen, dürfte man trotz der langen Erfolgsserie in der Hinrunde bald von einer total verkorksten Saison in Wolfsburg sprechen.
SC Freiburg – FC Schalke 04
Wenn es nicht so viele warnende Beispiele geben würde, der FC Schalke könnte vollkommen entspannt ins beschauliche Breisgau fahren. Der Revierklub steht immer noch auf Tabellenplatz zwei und hat auswärts doppelt so viele Punkte geholt wie der SC daheim. Neben den zuletzt schwächelnden Schalker Auftritten machen den Verantwortlichen aber vor allem Beispiele aus der Vergangenheit sorgen. Da verspielte Tabellenführer Bayer Leverkusen am letzten Spieltag schon mal den Meistertitel gegen Unterhaching und Borussia Dortmund kam im heimischen Westfalenstadion gegen Absteiger Cottbus nicht über ein 1:1 hinaus und vergeigte somit die direkte Qualifikation für die Champions League. Der Anfang vom Ende für den heute finanziell angeschlagenen BVB. Auch Schalke 04 droht ein ähnliches Schicksal, denn der mit 120 Millionen verschuldete Verein kann bei einer Niederlage und gleichzeitigen Siegen von Stuttgart und Hertha noch auf einen UEFA-Cup-Platz zurückfallen. Also wird das Spiel alles andere als eine gemütliche Kaffeefahrt ins beschauliche Breisgau.
Borussia Dortmund – Hansa Rostock
Kaum einer hatte Mitte der Saison damit gerechnet, dass der Holländer Bert van Marwijk seinen 53. Geburtstag in Dortmund feiern würde. Zu miserabel waren die Leistungen der Mannschaft unter dem neuen Coach im Herbst und zu ungewiss waren die finanzielle und sportliche Perspektiven für van Marwijk. Mit seinem eingefallenen Gesicht, den Tränensäcken und den grauen Haaren erinnerte er immer mehr an BVB-Trainer-Idol Ottmar Hitzfeld. In seinen seltenen schlechten Zeiten, wohl gemerkt. An seinem gestrigen 53. Geburtstag dagegen strahlte der Holländer wie das pure Leben. Der sportliche Höhenflug und die finanziellen Entrümpelungen scheinen den zweitbesten Rückrunden-Trainer zu beflügeln, er wirkt nicht mehr so fahl und blass wie vor ein paar Monaten. Will die Mannschaft, dass ihr Trainer weiter an Farbe gewinnt, muss sie gegen Hansa Rostock gewinnen und damit eventuell noch den UEFA-Cup ereichen.
1. FC Kaiserslautern – Werder Bremen
An welchem Zeh drückt der Schuh beim FCK? An dem von Christian Nerlinger. Der vor der Saison von Glasgow gekommene Mittelfeldspieler musste sich unter der Woche im Augsburger Klinikum zum zweiten Mal einer Operation am Großzehengrundgelenk des rechten Fußes unterziehen. Bereits im Oktober musste der ehemalige Nationalspieler wegen gleicher Beschwerden unters Messer. Damit kommt der 32-Jährige in seiner ersten Saison nur auf fünf Spiele und wird erst wieder in der kommenden Saison unter Neu-Trainer Henke angreifen. In Lautern hoffen sie aber nicht nur auf ein Comeback von Nerlinger, sondern auch auf einen versöhnlichen Abschluss der eher durchschnittlichen Saison. Werder Bremen dagegen, für den UEFA-Cup bereits qualifiziert, kämpft noch immer um die Champions League und will unbedingt auf dem Betze siegen.
VfB Stuttgart – Bayern München
Die Rückkehr von Meistertrainer Felix Magath an seine alte Wirkungsstätte. Erst der dauerhafte Erfolg beim VfB Stuttgart, den er in seiner dreieinhalbjährigen Tätigkeit bis in die Champions League führte, machte den zuvor nur als kurzlebigen Schleifer bekannten Coach für die große Aufgabe beim FC Bayern interessant. Sympathien für den Ex-Klub streitet Magath vehement ab, selbstverständlich wolle er „auch dieses Spiel gewinnen“. Die Schwaben wollen nicht nur, sondern müssen sogar gewinnen, um sich die Krönung einer guten Saison nicht mit einer miesen Serie gegen Ende der Spielzeit zu vermasseln.
1. FC Nürnberg – FSV Mainz 05
Duell der Geretteten: beide Teams spielen nur noch um die berühmte „goldene Ananas“, wollen sich mit einem Sieg von ihren Fans und der 42. Bundesligasaison verabschieden. Der „Club“ wird alles tun, um seinem Torgaranten Marek Mintal im Fernduell mit Bayern-Stürmer Roy Makaay die Torjägerkanone zu bescheren. Nur noch zwei Treffer Vorsprung verbleiben dem Nationalstürmer der Slowakei, der zuletzt ungewohnte Ladehemmung zeigte. Die Mainzer konnten am Donnerstag den ersten Neuzugang vermelden – Angreifer Peter Ruman von der Spielvereinigung Greuther Fürth schnürt in der kommenden Spielzeit für den „Karnevalsverein“ die Stiefel.
Hamburger SV – VfL Bochum
Die letzte Chance für den HSV. Nach starken Leistungen im mittleren Saisondrittel droht der Gang in den ungeliebten UI-Cup, drei Zähler muss das Urgestein der Liga am 34. Spieltag auf die sechstplatzierten Leverkusener aufholen. Zusätzlich darf Borussia Dortmund nicht siegen, müsste im vermeintlich leichten Heimspiel gegen Rostock patzen. Beim VfL Bochum sind die Weichen für die Zweitligasaison gestellt, nach einem Machtwort von Präsident Werner Altegoer wird Peter Neururer definitiv nicht mehr auf der Trainerbank Platz nehmen. Favorit für seine Nachfolge ist der Däne Ove Pedersen, gegenwärtig Coach des dänischen Erstligisten Esbjerg.